Neustart

Mai 20, 2011 in Allgemeines

Knapp ein Jahr ist es her, dass ich den letzten Beitrag im Linguistiker-Weblog veröffentlicht habe. Seit damals ist eine Menge passiert:

  • Wir haben die 49. StuTS auf die Beine gestellt, welche vom 1. bis 5. Juni 2011 in Leipzig stattfinden wird,
  • Guttenberg dürfte der erste Minister gewesen sein, der zurückgetreten wurde, weil er nicht ehrlich war,
  • meine Versuche, eine eigene XSLT-basierte Blog- und Content-Management-Software zu schreiben, haben zwar meine Programmierfähigkeiten fortschreiten lassen, waren insgesamt aber (bisher) von eher mäßigem Erfolg gekrönt,
  • ich habe meine Vorliebe für zeitgenössischen europäischen Jazz entdeckt,
  • und mein Vorschlag ist Anglizismus des Jahres 2010 geworden (yippiayeh…).

Diese Liste soll zugleich einen groben Überblick geben, worum sich die Welt des Lupino fürs Erste drehen wird:

Allem voran natürlich um Sprachwissenschaft. Immer noch Nischenprodukt unter den wissenschaftlichen Randgruppen, wird dieses Fach vom gemeinen Bürger irgendwo zwischen „unbedeutend“ und „unnötig“ verbucht, was wohl daran liegen mag, dass seine Methoden und Ziele dem Uneingeweihten nur sehr schwer zugänglich sind. Wichtiger Punkt soll hierbei sein etwas Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ein Thema, das mir persönlich am Herzen liegt, ist das weite Feld der Politik. In den letzten elf Monaten wurde ich auf der Strasse dreimal zu politischen Themen interviewt. Genauer, einmal zu einem politischen Thema, zweimal zum Verhalten einzelner Politiker. Zu meiner heimlichen Freude, konnte ich nur einmal tatsächlich eine Meinung beisteuern: politische Themen sind wichtig, wer Politik macht, ist völlig egal. Demnach werden auf lupino.org gelegentlich auch Beiträge zu politischen und gesellschaftlichen Themen auftauchen.

Da ich teilweise meine Brötchen damit verdiene, wird es hier immer mal wieder Meinungen, Tricks und Kommentare rund ums Thema Programmierung geben. Eine Sache, die mir im letzten Jahr allmählich bewusst wurde, ist, dass mir das Erlernen neuer Programmiersprachen wie elisp, XSLT, PlainTeX oder ObjC, ohne linguistische Vorkentnisse nicht halb so leicht gefallen wäre, also wäre das Thema kein allzu heftiger Bruch im Gesamtkonzept.

Ein Thema, was dagegen einen sehr scharfen Bruch darsellen wird, ist das der Musik (auch wenn gewisse Professoren für Psycholinguistik mir in diesem Punkt entschieden widersprechen würden). Auch diesem subjektiv als harmonisch empfundenen Gewirr aus koordinierten Schallwellen, werde ich in diesem Blog einen gewissen Platz einräumen. Als Ausgleich, sozusagen.

Dass der Punkt mit dem Anglizismus des Jahres so weit unten auftaucht soll folgende Bewandtnis haben: Blogs, die sich mit Sprachkritik und/oder Sprachkritikkritik befassen, gibt es, wie ich finde, zur Genüge. Zumindest vor dem Meister des Nörgler-Bashings Anatol Stefanowitsch ziehe ich ehrfürchtig den Hut und überlasse ihm bereitwillig das Feld. Kommentare zu Sick & Co. oder Reaktionen auf Anglophobie und andere imaginierte Sprecherkrankheiten werden sich hier voraussichtlich eher selten finden lassen.

Das sollte nur eine kleine Vorschau auf das sein, was man von lupino.org erwarten kann. Trotzdem sollte man immer auf Überraschungen gefasst sein, aber dazu später mehr. Und „später“ heisst für meine Verhältnisse etwa „in ein bis zwei Jahren“…